Leidenschaft Guzzi

11.10.2018

Edelster Minimalismus aus Hamburg

In jeder der Maschinen steckt das Herzblut von Axel Budde

Wer an Kaffeemaschinen denkt, denkt an den angenehmen Röstduft frisch gemahlener Kaffeebohnen, was für Hamburg ein durchaus gängiger Geruch ist, zumal es hier genügend Kaffeeröstereien gibt.
Wer aber in die Werkstatt der Firma „Kaffeemaschine“ Motorcycles GmbH, in Hamburg-Wilhelmsburg kommt, bekommt ganz schnell andere Assoziationen.
Etwas versteckt in einem kleinen Gewerbeparkt befinden sich die neuen Räume von Axel Budde, dem Erfinder der „Kaffeemaschine“ Motorräder, umgebaute Guzzi Bikes, angelehnt an die Cafe Raser Kultur aus England. Ein Cafe Raser ist ursprünglich ein zur Rennmaschine umgebautes Serienmotorrad, mit dem in den 60igern, in den Städten Rennen gefahren wurden. Sie stellten den Mittelpunkt einer Subkultur Londons in dieser Zeit dar.
Seit 2013 ist es der gelebte Traum von Axel Budde (42) aus alten Guzzi Bikes, überwiegend  dem Modell Le Mans 1 bis 3 durch Reduktion auf die elementare Technik und das Herausarbeiten und Veredeln diverser Teile, echte Schmuckstücke zum fertigen, die mit 1000 ccm auf den Straßen der Welt für Aufmerksamkeit sorgen. „Die ersten zwei Jahre, waren wirklich hart“ so Axel Budde. Aber er wollte seinen Traum umsetzen. „ Eine Guzzi kann alles sein, Straßenmaschine, Rennmaschine, Cruiser“ so Budde.
Er, eigentlich gelernter Fotograph, dessen erstes Motorrad eine BMW war, hat sich sofort, als er erstmals eine Guzzi gefahren ist, in sie verliebt. „Einmal Guzzi, immer Guzzi“ und so kann er auch mindestens drei der schönen Maschinen sein Eigen nennen.
Auffällig für den Betrachter ist, dass man das Gefühl hat, dem Bike fehle etwas. Das ist eine Lücke im Rahmen! Wo ist denn die Batterie geblieben?  Mit dem Ziel das Motorrad auf das Wesentliche zu reduzieren, aber auch Gewicht zu verringern, wurde die ursprüngliche, große  Batterie entfernt und durch eine hochmoderne, wesentlich Kleinere unter dem Motorblock ersetzt,  was diesen Durchblick ermöglicht. Überhaupt erscheint das Bike minimalistisch und steckt doch voller moderner Technik. Keine unnötigen Auf- oder Anbauten. Reduktion auf die Basis.
Seine Kunden kommen nicht nur aus Deutschland, England, Schweiz, sondern auch aus Monaco und Amerika. Es sind vorwiegend Männer ab 50, die sich ihren Bikertraum hier erfüllen, ob dies dem Preis der Bikes ab ca. 35.000,- Euro  (über Preise reden wir nicht gerne) geschuldet ist, oder der Tatsache, dass jüngere Leute gar keinen Bezug mehr zu solchen ECHTEN Motorrädern haben, kann nicht beurteilt werden. Seine erste weibliche Kundin hat Budde nun auch, und wir stellen fest, dass die die gleichen Wünsche hat, wie die 22 Herren davor auch. Biker eben.
Der Name „Kaffeemaschine“ von Axel Budde oder auch gerne „Mister Guzzi“ genannt, steht für das Besondere, für Perfektionismus.
Mein Bikerherz schlägt höher, wenn ich die Anzahl der schon fertigen „Kaffeemaschinen“ und die auf einem Hochgeschoss bereit stehenden Guzzis , genannt  Spendermaschinen, weil sie die Teile für die Umbauten spenden, sehe.
Ein sehr geordnetes Lager an Teilen für die nächsten Bikes mit glänzenden Tanks, Speichenrädern und Motorblöcken, lässt erahnen, was Biker wünschen.
Man muss sie lieben die Guzzi, das italienische Motorrad mit diesem ganz besonderen Sound. Nichts für moderne Biker, die auf High Tech Maschinen stehen, die nur noch leise vor sich hin summen. Die Guzzi hört man. Die Guzzi spürt man. Die Guzzi lebt man.
Das charakteristische Merkmal der Moto-Guzzi-Motorräder sind die V-förmig seitlich aus dem Profil ragenden Zylinderköpfe des längs liegenden Motors. Ende der 60er-Jahre entwickelte Moto Guzzi den Zweizylinder-V-Motor mit 90° Winkel. Ein Antrieb dessen Bestimmung es war und ist, das Markenzeichen  von Moto Guzzi zu werden. Bekannt wurde die Marke über die Teilnahme und die großen Erfolge im Motorsport. 1934 war Moto Guzzi sogar der größte Motorrad-Hersteller in Italien.
Seit gut 6 Monaten hat sich etwas Entscheidendes in Axel Buddes Leben geändert. Ein Kooperationspartner, ehemaliger Kunde von ihm, ist in die Firma mit eingestiegen. Nun wird als GmbH in neuen, größeren Räumen gearbeitet und Bikerträume verwirklicht. Der Geschäftspartner ist eine Firma für Luftfahrtteile und ermöglicht es damit auch, neue, einzelne Teile, die für die Umbauten gebraucht werden, anzufertigen.  Durch die neue, größere Werkstatt mit mehr Möglichkeiten, erhofft sich Axel Budde, dass man es schafft, mehr als nur 2 Maschinen im Jahr an Käufer auszuliefern. Zurzeit liegt die Wartezeit, bis man sein Wunschbike bekommen kann, bei etwa 2-3 Jahren.  Diese Zeit beinhaltet auch den Prozess des Besprechens, wie der Kunde sich sein Bike vorstellt, der Planung, was möglich ist und dem Beginn der Umsetzung. Allein zwischen Kundenwunschbesprechung und Beginn des Umbaus liegen in der Regel 6 Monate.  Wer glaubt, man müsse nur vorbeikommen, bestellen und dann ginge es los, täuscht. Mit Axel Budde hat er einen erfahrenen Spezialisten an der Seite, der sehr viel Wert auf Details und absolut perfekte Umsetzung der Arbeiten legt. Eine „Kaffeemaschine“ ist ein handgefertigtes Einzelstück, in das sehr viel Energie, Kreativität und Begeisterung fürs Detail gesteckt wird.
22 Einzelstücke, handgefertigt von Axel Budde sorgen weltweit schon für Aufmerksamkeit. Die Nummer 23 ist gerade in Arbeit, in jeder der Maschinen steckt das Herzblut von Axel Budde.

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