Queisser Pharma - Teil 2

30.05.2018

"Die Produktion muss mit Leben gefüllt sein!"

Axel Kaempfe im Interview mit Reni Schiffner: Die Produktion muss mit Leben gefüllt sein!

Tim Simonsen: Wir möchten genau dort sein, wo die Aufmerksamkeit unserer Kunden liegt und die liegt ganz klar beim Smartphone.

Und was Axel Kaempfe damit meint, erleben wir bei unserem Rundgang deutlich, wo er sich viel Zeit nimmt, nicht nur, um uns alles zu erklären, sondern auch um Fragen aus dem Produktionsteam zu beantworten. Er legt Wert auf die Anregungen seiner Techniker und Lageristen, ist nahbar und mit allen Produkten und Abläufen vertraut.
Mit Kopfhauben, langen Kitteln und Füßlingen ausgestattet, dürfen wir in Queissers heilige Hallen – wichtig um die Arzneimittelproduktionsrichtlinien einzuhalten: Queisser ist GMP (Good Manufac-turing Practice) zertifiziert und entspricht damit den qualitätssichernden Standards der WHO für pharmazeutische Produktionsprozesse. In den ehemaligen Produktionsräumen einer Rumherstel-lung werden zwar jährlich ca. noch 1 Million Liter Doppelherz Energie-Tonikum hergestellt, abge-füllt, marktgerecht verpackt und versandt. Das meistgekaufte Produkt ist mittlerweile aber Magne-sium 400 – beliebt bei Sportlern und bewährt gegen Muskelkrämpfe. 
Alle Herstellungsschritte unterliegen strengsten Hygiene- und Qualitäts-Kontrollen. Viele der In-haltsstoffe der Gesundheitsprodukte von Queisser Pharma sind natürliche Wirkstoffe. Qualität und schonende Behandlung während des Fertigungsprozesses sind entscheidend für ihre positive Wir-kung im menschlichen Organismus.
Gesundheitsbewusstsein und demografischer Wandel regulieren die Nachfrage nach moderner Nahrungsergänzung und so werden in sensorgesteuerten Produktionslinien von maßgefertigten Maschinen – Stückpreis 2,5 Mio. Euro – unter ständiger Überwachung und Wartung von Facharbei-tern und Technikern stündlich 1.000 bis 2.000 Packstück zum Versand hergestellt, ganze 20.000 pro Schicht. Geduldig wird uns auch die moderne Kommissionierung mit Pick-by-Light-System und La-gerlogistik erklärt. Allerorts treffen wir auf konzentrierte aber freudig arbeitende Mitarbeiter, die uns großzügig Einblick geben. Wir freuen uns über die Transparenz im Umgang mit der neugierigen Presse – die empfindlichen Prozesse durften zuvor nicht viele beobachten.
Und damit sich die Produktion weiter entwickelt – die räumlichen Kapazitäten sind in Flensburg voll ausgeschöpft – entsteht im nahegelegenen Handewitt bis zum Jahre 2019 ein neues Logistikzent-rum für 25 Mio. Euro, freut sich Axel Kaempfe zu verraten.    

Näher dran als je zuvor


Als Head of Digital Marketing bei Queisser Pharma in Flensburg weiß Tim Simonsen wovon er spricht. Noch vor weniger als zehn Jahren hätte sein Statement vermutlich Kopfschütteln verursacht. Heute bewegt er sich damit exakt am Puls der Zeit.

Mit der grundlegenden Veränderung der Werbekanäle hat die Unternehmensführung des traditi-onsbewussten Familienunternehmens Mut bewiesen und gezeigt, wie wandlungsfähig sie ist. „Wir haben die Digitalisierung nie als Bedrohung wahrgenommen, sondern als Chance gesehen“, er-gänzt er. Queisser investierte in Manpower und baute eine eigene, inzwischen fünfköpfige, Abtei-lung für digitales Marketing auf. Mit dieser Einstellung ist das Unternehmen vielen, die im Ange-sicht sich verändernder Rahmenbedingungen in Schockstarre verfallen, weit voraus und hat im richtigen Moment genau das Richtige getan – einen neuen Weg eingeschlagen. Im Büro des digita-len Marketings weht ein frischer Wind. Die Jobprofile haben sich verändert.
„Wir arbeiten heute eher wie eine Werbeagentur, sind deutlich kreativer als früher und denken in agilen Teams“, beschreibt Tim Simonsen, „und ich genieße die Gestaltungsmöglichkeiten, die mir hier geboten werden.“ Ideen sind gefragt und auch Fehler dürfen gemacht werden – schließlich kann man aus ihnen lernen und zu anderen Lösungen kommen.

Was aber kann digitales Marketing besser? Wo liegen die Vorteile gegenüber den bisher bewähr-ten Werbestrategien? Für die Antwort muss man etwas ausholen.
„Wir haben eine sehr umfangreiche und vielseitige Produktpalette, die sich im Laufe der Jahre im-mer wieder den Bedürfnissen unserer Kunden angepasst hat.
Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass diese Produkte auch die richtigen Zielgruppen errei-chen“, beschreibt Tim Simonsen. Die unspezifische Streuung von Werbung über die traditionellen Kanäle, also Print und TV, seien heute nicht mehr das richtige Mittel. „Viel besser ist es doch, wenn man Menschen ganz gezielt ansprechen kann, um ihnen passgenaue Produkte vorzustellen, die in ihre aktuelle Lebensphase passen. Infos über Vitamine für Kleinkinder sollen bei Eltern ankommen und nicht bei der Dame, die ihrem Gedächtnis auf die Sprünge helfen möchte“, schmunzelt er. Das funktioniert nur mit digitalem Marketing über Google, Facebook, Instagram, über Bannerwerbung der einschlägigen Health-Foren und über emotionale Spots bei Youtube. „Dort informieren sich unsere Kunden über Themen, die sie gerade beschäftigen. Ärzte und Apotheker spielen an dieser Stelle inzwischen eine eher untergeordnete Rolle.“ 

Ein weiterer Pluspunkt des digitalen Marketings ist die direkte und unmittelbare Kommunikation mit den Kunden. „Ohne Filter erhalten wir Anregungen und bekommen Fragen gestellt. Die kön-nen unsere Mitarbeiter sofort beantworten oder an unsere Wissenschaftler weiterleiten.“ Dieser Dialog kommt an und im vergangenen Jahr nutzten 15 Millionen Kunden in Deutschland die Mög-lichkeit zum Austausch mit Queisser. Insgesamt waren es 180 Millionen Kontakte mit dem Endver-braucher. Die beachtliche Zahl ist ein Indikator dafür, dass die Flensburger auf das richtige Pferd gesetzt haben. „In unserer nun auch schon einhundertjährigen Firmengeschichte“, betont Tim Si-monsen, „sind wir heute unseren Kunden näher als jemals zuvor!

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